Hintergrund

Für den globalen Wasser- und Abwassermarkt werden aufgrund des bestehenden Investitionsbedarfs erhebliche Umsatzsteigerungen erwartet Bei einem Marktwachstum von 60% soll 2010 das Volumen bereits 400 Mrd. Euro betragen. Damit eröffnen sich neue Absatzchancen für Know-how und Technologien aus Deutschland.

Bereits seit einigen Jahren bestehen Netzwerke, die es der deutschen Wasserbranche ermöglichen, ihre Exportaktivitäten zu verbessern. Dabei werden jedoch in der Regel die Leistungspaletten der einzelnen Unternehmen nur zusammen geführt. Infolge fehlender Synergieeffekte zeigen derartige Angebote guter Einzelkomponenten aber keine flächendeckenden Exporterfolge.

Wissensstand

Mittlerweile liegen zahlreiche Länderstudien vor, die die wasserwirtschaftlichen Problemlagen, aber auch die Exporthemmnisse verschiedener Länder beschreiben. Nach bisherigen Erfahrungen steigen auch im Bereich der Wasserwirtschaft die Exportchancen von Innovationen, wenn sie bereits im eigenen Land einen Markt gefunden haben.

Bisher fehlt eine Langfristorientierung für den Wasserbereich. Trotz hohen Lebensalters der Netze und Anlagen untersuchen die bisher vorliegenden Szenarien nicht den Zeitraum nach 2030. In der Vergangenheit wurde die Technologieentwicklung vor allem als Prozess zur Veränderung und Optimierung bereits vorhandener oder Erzeugung neuer technologischer Lösungen verstanden. Aus Perspektive einer nachhaltigen Entwicklung muss aber versucht werden, die Perspektive auf das Gesamtsystem zu richten statt auf sektororientierte Perfektionierungen jeweils spezifischer und von einander unabhängig betrachteter Trinkwasser-, Abwasser-, Abfall- und Energietechnologien.

Die bisherigen deutschen Aktivitäten zur Steigerung der deutschen Exportfähigkeit sind an Einzeltechniken ausgerichtet; Exportstrategien, die problemorientierte Technologiekombinationen in den Mittelpunkt stellen, sind nur ansatzweise entwickelt.

Hintergrundliteratur:

  • Thomas Kluge (2003): Nachhaltiger Umgang mit Wasserressourcen in Deutschland. Probleme, Handlungs- und Forschungsbedarf. In: Jürgen Kopfmüller (Hg.), Den globalen Wandel gestalten. Forschung und Politik für einen nachhaltigen globalen Wandel. Berlin, S. 207-221

  • Thomas Kluge (2003): Wasser. Johannesburg – und die Folgen? Das Magazin 14 (1) 2003, S. 21–23

  • Harald Hiessl et.al. (2005): AKWA 2100: Alternativen der kommunalen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Stuttgart: Fraunhofer IRB Verlag, 209 S. (ISI-Schriftenreihe Innovationspotenziale)

  • Thomas Kluge/Engelbert Schramm (2005): Zwischen Kommune, Versorgungsunternehmen und Kundschaft – Herausbildung und Transformation der industriegesellschaftlichen Wasserinfrastruktur. In: Reinhard Loske/Roland Schaeffer (Hg.): Die Zukunft der Infrastrukturen. Intelligente Netzwerke für eine nachhaltige Entwicklung. Marburg 2005, S. 319-346

  • Thomas Hillenbrand/Harald Hiessl (2006): Sich ändernde Planungsgrundlagen für Wasserinfrastruktursysteme. Teil 1: Klimawandel, demographischer Wandel, neue ökologische Anforderungen. In: KA: Abwasser, Abfall 53, S. 1265-1271

Literatur aus dem Projekt

Michel, Bernhard/Michel, Florian/Schramm, Engelbert (2007): Exportnetzwerke - Chancen für die deutsche Wasserindustrie. ISOE-Studientexte, Nr. 14. Frankfurt am Main, 78 Seiten, EUR 9.-

 

Stand 23.07.2007

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